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Hintergrund der Ereigniskarte „Raupenpilz“

 

Nomaden leben von ihren Tieren: Schafen, Rindern, Ziegen. Seit Jahren stellen Hirten in Osttibet dies jedoch auf den Kopf. Kinder bekommen extra Schulferien, der öffentliche Verkehr kommt weitgehend zum Erliegen und Geschäfte werden geschlossen, denn zwi­schen April und Juni strömen Tausende tibetische Nomaden und andere Bewohner des tibetischen Hochlands auf die Weiden, um den geheimnisvollen Raupenpilz zu sammeln (vgl. Gruschke 2011b). Aber was ist das eigentlich, ein Raupenpilz? „Im Sommer ist er Gras, im Winter lebt er unter der Erde als Wurm“, lautet eine gängige Antwort der Einheimischen. Viele miss­verstehen die tibetische Bezeichnung „Yartsagunbu“ („Sommergras-Winterwurm“), denn tatsächlich handelt es sich bei dem Gewächs um einen Schlauchpilz mit dem latei­ni­schen Namen Ophiocordyceps sinensis, der nur im tibetischen Hochland in Höhen zwischen 3.500 und 5.000 m vorkommt und als Parasit die Larven einer Falter­gattung befällt. Neben der Tatsache seiner unwirtlichen Herkunft sowie seiner schein­baren Uneindeutigkeit zwischen Tier und Pflanze werden ihm sagenhafte Eigen­schaften als natürliches Heilmittel zugeschrieben. So soll er die Abwehrkräfte stärken, die Libido steigern und sogar Krebs heilen können. Über eine rege Handelskette gelangt die Ware aus dem Hochland in die tausende Kilometer entfernten Megastädte der chinesischen Südostküste, aber auch bis nach Japan oder Singapur.


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